Grundsteuerreform: Software-Vergleich der größten Anbieter für Steuerkanzleien

In den vergangenen beiden Jahren haben sich Kanzleien mit vielen Themen rund um die Corona-Pandemie beschäftigt und auch dieser Sommer verspricht aufgrund der Grundsteuerreform keine Langeweile. Wer sich schon einmal die Erklärungsformulare zur Feststellung der Grundsteuerwerte angesehen hat und dabei den eigenen Mandantenstamm im Hinterkopf hatte, dem war vermutlich schnell klar: Die Arbeitswelle in diesem Sommer wird enorm.

Erfreulicherweise haben sich gleich mehrere Softwarehersteller dieser Herausforderung gestellt und entsprechende Software entwickelt. Die Auswahl der passenden Software für eine Kanzlei hängt von verschiedenen Faktoren ab – der Beitrag von Ken Keiper in NWB-EV 4/2022S. 117 vergleicht daher die größten Anbieter nach den Kriterien Kollaboration mit dem Mandanten, Importmöglichkeiten und Schnittstellen, Benutzerfreundlichkeit und Preisgestaltung.

Kernaussagen

  • Die Tools GrundsteuerDigital, SmartGrundsteuer und Opti.Tax Grundsteuer setzen auf ein digitales Mandantenportal für das Zusammentragen von Grundstücksdaten, Agenda Grundsteuer nutzt stattdessen Vorerfassungsbögen für den Mandanten.
  • Alle Hersteller setzen auf ein zweistufiges Preismodell mit einer monatlichen Grundgebühr und einer Gebühr pro übermittelter.

Wichtige Faktoren bei der Auswahl der richtigen Software

Die rechtlichen Grundlagen für die Feststellung der neuen Grundsteuerwerte sind in den §§ 218 ff. BewG geregelt – im Wesentlichen gibt es für nicht land- und forstwirtschaftliche Grundstücke zwei Bewertungsverfahren, die aus der Bedarfsbewertung für erbschaft- und schenkungsteuerliche Zwecke bereits bekannt sein dürften: Ertragswertverfahren und Sachwertverfahren. Welches dieser beiden Verfahren Anwendung findet, hängt von der Grundstücksart ab (§§ 249 f. BewG). Hinzu kommt, dass die Bundesländer Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachen, Saarland und Sachsen abweichende Bewertungsmodelle einsetzen und der steuerliche Berater sich somit je nach Lage des Grundstücks auch mit unterschiedlichen Berechnungen auseinandersetzen muss.

Die Bewertungsverfahren nach dem Bundesmodell (Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren) sind in ihrer mathematischen und juristischen Anwendung nicht unbedingt kompliziert, doch sie erfordern viele Daten. Und da diese Daten zum großen Teil vom Mandanten zur Verfügung gestellt werden müssen, kommt es bei einer Software zunächst einmal darauf an, dass es eine gute Kollaborationsmöglichkeit mit den Mandanten gibt, die dem Steuerberater die mühselige Arbeit des Nachfassens erspart und ein Ping-Pong-Spiel zwischen den eigenen Fragen und den Antworten des Mandanten vermeidet.

Hinzu tritt, dass die Kanzleien eine Vielzahl von Mandanten und Grundstücken betreuen, so dass sehr viele Feststellungserklärungen in kürzester Zeit erstellt werden müssen. Daher ist es wichtig, dass die Software einfach zu bedienen ist und einen einfachen und skalierbaren Bearbeitungsprozess ermöglicht. Dies beinhaltet insbesondere die Möglichkeit zur elektronischen Übermittlung der Erklärungen aus dem Programm heraus, eine einfache Eingabemaske für die Steuererklärungsdaten und Schnittstellen zu bereits vorhandenen Tools.

Gerade bei den Schnittstellen ist an die Möglichkeit zu denken, die erstellten Steuererklärungen einfach in einem DMS ablegen zu können und auch über verschiedene Kanäle die Grundstücksdaten des Mandanten zu importieren. Dies könnte z. B. eine Excel-Tabelle sein, die der Mandant vorausfüllen kann und bei deren Import in der Software die Grundstücke bereits einzeln angelegt und mit den in der Tabelle vorhandenen Daten vorbelegt wird. Oder dass es möglich ist, Mandantendaten aus der Kanzleisoftware direkt zu importieren, um bereits die allgemeinen Angaben zu einem großen Teil ausfüllen zu können und die Übersicht nicht zu verlieren.

Zu guter Letzt spielt natürlich auch der Preis eine Rolle – wie viel kostet eine einzelne Übermittlung? Fällt eine Grundgebühr an? Wie viele Mitarbeiter können die Software nutzen?

All das bringt uns zu den folgenden Kriterien, nach denen die Tools miteinander verglichen werden:

  1. Kollaboration mit dem Mandanten.
  2. Importmöglichkeiten von Grundstücks- und Mandantendaten.
  3. Einfache Erstellung der Feststellungserklärungen.
  4. Schnittstellen zu anderen Softwaretools (z. B. DATEV Kanzleisoftware).
  5. Preis.

Der Beitrag von Ken Keiper stellt die Programme:

  • GrundsteuerDigital der Fino Taxtech GmbH
  • SmartGrundsteuer von Taxy.io
  • Tax Grundsteuer von HSP
  • Agenda Grundsteuer

ausführlich vor und stellt anschließend die einzelnen Punkten in einer praktischen Übersicht einander gegenüber.

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Tabelle Grundsteuerreform 
Bei diesem Text handelt es sich um einen Auszug aus dem Beitrag von Ken Keiper, NWB-EV 4/2022 S. 117. Den vollständigen Beitrag lesen Sie kostenfrei in der NWB Datenbank unter NWB NAAAI-58505.

 

Grundsteuergesetz, Bewertungsgesetz Kommentar

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Herausgegeben von Dipl.-Finanzwirt (FH) Mathias Grootens und Autorenteam

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